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EBC: Benachteiligung der Einheimischen wird vermutlich fortgesetzt – Gemeinderäte ahnungslos ?

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EBC: Benachteiligung der Einheimischen wird vermutlich fortgesetzt – Gemeinderäte ahnungslos ?


Immerhin gestattete der Sipplinger Gemeinderat sich eine einmonatige Bedenkzeit um der Verlängerung des Vertrages mit der Deutsche Bodensee Tourismus GmbH, bis ins Jahr 2021, zuzustimmen. Im Langenargener Gemeinderat scheint es, nimmt man nicht einmal eine Minute Zeit dafür. Es scheint an der Zeit, einmal nachzufragen wie bisherige Gemeinderäte und Kandidaten für den neuen Gemeinderat sich zu dem Thema äußern.

Die Fahrpreise im Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben (bodo) stiegen zum Jahreswechsel 2019 um durchschnittlich knapp drei Prozent. Als Grund wurden steigende Kosten im Personal- und Fahrzeugbereich angegeben, nur hat bodo für die Fahrgastbeförderung weder Personal noch Fahrzeuge. Lediglich 7 Mitarbeiter weist der Beteiligungsbericht des Landkreises 2017 aus, aber eben auch, dass für 3.500 ausgegebene e-Cards (Elektronisches Fahrgeldmanagement EFM und Gästekarte seitens des Bodenseekreises 300.000 Euro an den Verkehrsverbund bodo flossen. Warum? Die DBT wollte ursprünglich die bodo - Kasse füllen, mit 75 Cent von jeder Übernachtung aus den teilnehmenden Gemeinden, nicht der Kreis. Es wäre Zeit, dass die Bürgermeister und Gemeinderäte den Einheimischen die Frage beantworten, wie viel Geld aus der Gemeindekasse an die DBT überwiesen wurde.

Es wird immer wieder herausgestellt, dass der Beginn der EBC im Jahr 2017 liegt. Dabei wurde völlig vergessen, dass die DBT schon seit März 2013 an dem Projekt herumbastelt und Kosten verursacht, die sich nur Unternehmen leisten können, die aus Bundes-, Landes- und den Kreishaushalten genährt werden. Damit möchte ich daran erinnern, dass damals bereits der Preis von einem Euro, davon 75 Cent an den Verkehrsverbund bodo festgesetzt wurde, ohne Berücksichtigung steigender Fahrtkosten für Einheimische.

2013 kostete die Schülermonatskarte für das Gesamtnetz 100,00 Euro mit der Einschränkung, dass Schüler erst ab 13:30 Uhr das Gesamtnetz nutzen durften, mithin eine Streckenabweichung zwischen Wohnung und Schule nicht erlaubt war. Etwa bei einem Schulausflug oder Besuch der Bücherei. Immer noch kann das durch die Staatsanwaltschaft als Schwarzfahren verfolgt werden und kann, wenn das erhöhte Beförderungsentgelt von derzeit 60 Euro nicht schnellstmöglich bezahlt wird, für Eltern oder ältere Schüler im Gefängnis enden. An der Fahrzeitregelung wurde nichts geändert. Die Folge: Schüler brauchen bei Ausflügen oder Abweichungen von der Fahrtstrecke vor 13:30 Uhr einen zusätzlichen Fahrschein zum Normaltarif. Warum eigentlich?
Seit 2013 stieg der Preis der Schülermonatskarte von 100 auf 117,50 Euro monatlich. Das wären dann 1.292,50 Euro jährlich (brutto, 11 Monate wegen der Ferienregelung ohne den Abzug der über das Listenverfahren von manchen Schulen ermöglicht wird. Gerechnet auf 22 Schultage im Monat wären das gerundet 5,34 Euro täglich. Preiserhöhung der EBC 0 Euro.

Es gilt noch einige weitere Preise zu nennen: Die Tageskarte (Netz) kostete 13,80 Euro und stieg auf 15,90 Euro, das Premium Abo für Berufspendler von 97 Euro auf 114,13 Euro, die Monatskarte von 133,00 auf 156,50 Euro. Abo Mobil 63 für betagte Mitbürger von 39,00 auf 45,70 Euro, nicht zuletzt stieg der Preis des Einzelfahrscheins von 6,90 auf 7,95 Euro. Alles Preise die sich seit 2013 deutlich erhöht haben, ohne dass bodo eine Preisangleichung seines 75 Cent Anteils für die EBC nur um einen Cent erhöht hätte. Genannt wurden wegen der besseren Vergleichbarkeit die Preise für das Gesamtnetz.

Erwähnenswert wäre noch, dass der Gesetzgeber (Landesrecht BW, ab 01.01.2018), mit einer Übergangsfrist bis 2021 eine Mindestrabattierung für Zeitfahrausweise des Ausbildungsverkehrs fordert, die 25% unter dem Preis der Zeitfahrausweise des Jedermannverkehr (156,50 Euro) liegen sollten. Ein Betrag der beim Gesamtnetz mit 117,50 statt 117,37 fast erreicht wird. Bei nur zwei Waben ist der Unterschied deutlich höher, nämlich 1,08 Euro. Das Ticket kostet 48,10 Euro und sollte nach der 25% Regelung lediglich 47,04 Euro kosten – aber das merkt wohl keiner, solange Matheunterricht in Deutschland an der Lebenswirklichkeit vorbei geht.

In der Folge könnte das zur Politikverdrossenheit bei den Einheimischen beitragen, die ganz sicher von ihren Gemeinderäten enttäuscht sind. Die Lebenshaltungskosten sind ohnehin für Normalverdiener zu hoch am See.

Viele Gäste zeigen sich enttäuscht von dem Angebot, auch wenn hoch bezahlte Umfragen andere Ergebnisse vortäuschen, wie ich meine. Sechs Jahre Traumzeit sollten den bisherigen Gemeinderäten reichen um wach zu werden. In jedem Fall sollten sich neue Kandidaten für den Gemeinderat erklären, ob sie dieses Trauerspiel fortführen wollen, bei dem sie letztlich in den nächsten Jahren richtig schlecht aussehen werden oder einmal ernsthaft bei der DBT, dem Verkehrsverbund bodo, dem Kreisrat sowie den Vermietern nachfragen, ob diese nach den bisherigen schlechten Ergebnissen, eine Fortsetzung des Dramas wünschen.

 

Peter Groß – 12.05.2019









 


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