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Alte Schule: Einwohner verstehen Gemeinderat nicht mehr

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Alte Schule: Einwohner verstehen Gemeinderat nicht mehr

Uhldingen - Mühlhofen – 18. Dezember 2018 - Peter Groß

Im September 2018 startete der Jugendrat der Generationen Stiftung mit dem Aufruf: "Wir kündigen – weil euch unsere Zukunft nicht kümmert, kümmern wir uns nicht um eure." Denn erstmalig in der Geschichte der Menschheit wird die alte Generation der neuen einen kaum mehr bewohnbaren, sich immer weiter aufheizenden Planeten mit vermüllten Seen und Meeren hinterlassen." Das sind Worte junger Menschen zwischen 15 und 25 die in Talkshows der Republik stürmen. Die Worte sind ein Anlass für die Arbeit des Gastgeber Uhldingen - Mühlhofen e.V., Forum Langenargen und Netzwerk für Friedrichshafen. Das Netzwerk hatte mich zu einer Führung mit anschließendem Vortrag in die ZF Zeppelin Universität und Blaue Blume nach Friedrichshafen eingeladen. Da waren dann lauter warmherzige junge Menschen, die ihre Zukunft gestalteten und wir, die ab 50 bis 70 mitten drin, neugierig, noch lernfähig durften mitplanen und gestalten.

Die Blaue Blume, das mag nicht jedem geläufig sein, ist ein Kultur- und Wohnprojekt in Friedrichshafen, das aus Solidarität und Mitmenschlichkeit geschmiedet ist und jede Unterstützung verdient. Ein kultureller Veranstaltungsort mit großer Anziehungskraft auf junge Menschen. Am Abend des 13.12. gab es eine Übereinkunft: "Wir gestalten unsere Zukunft, Alte wie Junge gemeinsam." Künftig wird in Uhldingen von einer Werkstatt, die als "Honoratio*innen der Alten Schule" unter den Schutzschirm des Gastgeber Uhldingen – Mühlhofen e.V. geschlüpft sind, noch viel zu hören sein. Gastgeber und Honoratior*innen kooperieren wie vor hundert Jahren die Gründerväter der Alten Schule.

Die Unteruhldinger Ortsgemeinschaft will einen Treffpunkt mit lichtdurchfluteten Räumen, Sesseln, Bücherregalen, langen Tischen aus Holz, an denen junge Kreative ihre Laptops aufklappen, arbeiten, sich international kulturell und wissenschaftlich austauschen. Einen offenen Ort menschlicher Nähe mit Wohnraum unterschiedlicher Art, in dem es einen Pflegerettungsdienst zur Unterstützung häuslicher Pflege ebenso geben könnte, wie ein Wohnprojekt junger Künstler, eine Fluchtwohnung für Frauen und Kinder in Not, wie auch Kleinapartments für Berufsstarter und Studenten.

Nicht zuletzt eine Begegnungsstätte für alle, denen der Weg in die anderen Ortsteile schwer fällt oder der Fahrtpreis zu hoch ist. Warum sollte es nicht auch eine Starthaltestelle für einen EMMA – Bus als bedarfsorientiertes Verkehrsangebot geben um den Parkraumbedarf zu begrenzen. Die GRZ darf zwar 0,5 nicht übersteigen, bedeutet, aber dass maximal 50 Prozent des Grundstücks überbaut werden dürfen.

Da auch noch der Aspekt Nahversorgungseinrichtung Berücksichtigung findet ist eine umfangreiche Förderung durch das Land Baden-Württemberg sehr wahrscheinlich und würde den wesentlichen Kostenbedarf abdecken. Das Finanzierungskonzept wurde in vorangegangenen Berichten skizziert und liegt als Konzept bei den Honoratior*innen.

Die gedanklichen Vorarbeiten für das Projekt Alte Schule führen in das Jahr 2014, als Gemeinderat und Bürgermeister zu spät das Gespräch mit der Unteruhldinger Bürgerschaft suchten und mit einem privaten Betrieb einen Zeitmietvertrag für das Anwesen in der Schulstraße 12 schlossen, mit der Möglichkeit der Weiternutzung des Saales für Fastnacht, dem Fotoclub im Untergeschoss und der Überlassung von Lagerflächen für örtliche Vereine, so geht es aus der Beschlussvorlage zur Sitzung des Gemeinderates hervor (GR 121/2018).
Wie vom Bürgermeister angekündigt wäre ein Billigpreis von 641.850 Euro möglich. Da vergisst der Bürgermeister wieder einmal zu erwähnen, ob es sich um einen Brutto- oder Nettobetrag handelt. Die angestrebte Million für das 1.945 qm große Grundstück ist vermutlich als Beruhigungspille für wankende Gemeinderäte gedacht. Warum sollte ein Anwalt fast 360.000 Euro verschenken ?

Das Maklerforum Immowelt nennt seit 2018 konstante Quadratmeterpreise für Uhldingen-Mühlhofen um 1.000 Euro, also fast zwei Millionen Euro, die der heutigen Realität entsprechen dürften und auf einen anhaltenden Nachfrageboom verweisen. Ein Vergleich, bis Ende 2017 wurden Quadratmeterpreise um 400 Euro genannt. Bleibt die Frage aus welchem Grund Bürgermeister und Gemeinderäte zum Nachteil der Einheimischen die Bodenrichtwerte nicht angepasst haben und nun auf 1.303.150 Mio. Euro verzichten, während die Freunde des EWTC e.V.den Versuch unternehmen einem Anwalt mit ihrer Unterschriftenaktion einen Vermögenszuwachs von 1,3 Mio. zuzuschustern. Wie sich das mit moralischen Grundsätzen und ethischem Verhalten vereinbaren lässt, ist mir schleierhaft, raubt man doch mit solchen Aktionen der einheimischen Jugend die Zukunft und den Alten viel von der Lebensfreude.

Die Anforderungen des Brandschutzes und der Barrierefreiheit muss der Betreiber des WU TAI CHI Medical Zentrum Bodensee ebenso erfüllen wie alle Vereine oder gesundheitlichen Einrichtungen. Aus welchem Grund Publikumsverkehr gestattet war und Menschen mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen behandelt werden konnten und weiterhin können bleibt mir unverständlich. Auch aus welchem Grund weder die Gewerbeaufsicht noch die Feuerwehr ihrer Aufsichtspflicht nachkamen. Wo auch nur Wasser durch die Decke tropft besteht Unfallgefahr und wenn der Schaden nicht umgehend beseitigt wird kann es zum Verlust der Haftpflichtversicherung kommen.

Es kann in der Gemeinde gar nicht so leichtfertig weitergehen, denn der Verweis auf die schwierige Finanzlage 2004 dürfte sich sehr schnell als politisch motiviert erweisen. Bei genauerer Betrachtung ist zu vermuten, dass der frühere Bürgermeister Ralph Bürk Zukunftsinvestitionen getätigt hat, die ökologisch wertvoll, aber nicht als Bilanzgewinn für Klima und Umwelt bilanziert wurden. Noch nicht! Und so wie der Bürgermeister Lamm seine Investitionsfreude noch schön redet, wird er in Kürze jämmerlich klagend die Ist-Werte, also die Verluste aus der Tourist Information, des Welterbebau, des maroden Straßennetzes, die Verluste aus seinen Spekulationskünsten im Immobilienbereich, wie auch den Zustand des Wasser- und Abwassernetzes offenlegen müssen. Mangels anderer Gelegenheiten finde ich aus dem Kreis vorheriger Gemeinderäte zunehmend Unterstützer, die ihr Schweigegelübde brechen.

Und nun noch zum größten anzunehmenden Unfug alle Zeiten. Gibt es in der gesamten Gemeinde Menschen, die daran glauben, dass vor einem tiefgreifenden Umbau noch sofort notwendige Grundsanierungen durchgeführt werden? Schon der Schallschutz für eine Musikakademie mit Meisterkursen, benötigt Eingriffe in die Bausubstanz und finanzielle Mittel die man nicht mehr als Sanierung und Sanierungskosten bezeichnen kann, sondern die zu den Modernisierungskosten gerechnet werden. Wo Publikumsverkehr, egal welcher Art herrscht, sind Maßnahmen zum Brandschutz und behindertengerechten Ausbau nötig, oder will der Herr Prof. Johannes M. Gmeinder seinen Meisterschülern erklären, dass anstreichen ging, dass aber behindertengerechte WC-Anlagen unnötig sind. Was für ein Gesichtsverlust steht der Gemeinde da ins Haus?

 

 

 

 








 


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