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Bodenseekreis: DIE LINKE fordert DBT auflösen

 

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Bodenseekreis: DIE LINKE fordert DBT auflösen

Peter Groß (PeG) 31. August 2018

Auf meine Anfrage bestätigt der Kreisrat Roland Biniossek (DIE LINKE) den Wunsch nach Auflösung der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT). Im Rahmen der Diskussion des Beteiligungsberichts schlug er vor: " Die DBT aufzulösen, da sie – wie jedes Unternehmen mit beherrschender Beteiligung der öffentlichen Hand - , einen Eigenbeitrag von 25% der Kosten erwirtschaften muss. Sie tut dies nicht und nach Rechtslage ist sie eigentlich aufzulösen."

Überhaupt gehört die Frage auf die Tagesordnung was die DBT anderes leistet, als mit fortlaufenden, ungeeigneten Versuchen das Weiterbestehen der EBC zu ermöglichen. Der Besuch von Messen, auf denen Bürgermeister, sowie hochbezahlte TI – Mitarbeiterinnen EBC Werbematerial verteilen (ich vermute zu Lasten der Gemeindekassen) reicht nicht. Die Durchführung pseudowissenschaftlicher Vorträge (Immenstaad), wo im Rahmen einer Werbeveranstaltung als einzige Gästekarte die EBC vorgestellt wurde, obwohl es mehrere Alternativen rund um den See gibt, ist unzureichend. Wie auch das Bestellen zweifelhafter Marktanalysen. Fehlerhafte Drucksachen wie Reiseführer 2018, Markenhandbuch, ein Merchandise Katalog, der DBT – Mitgliedsgemeinden individuelle Angebote versagt und allen teilnehmenden Gemeinden die Marke Echt Bodensee aufnötigt braucht niemand.

Eine lückenhafte Buslinie, die aus Teilstrecken zusammengeschustert wurde und die nur in den Sommerferien, oft bis zum nächsten Bahnanschluss fährt, wurde zu Werbezwecken eingeführt. Ein Nutzen ist damit nicht verbunden. Schon im zweiten Jahr touren Busse gegen jede ökologische Vernunft überwiegend leer u.a. durch Langenargen. Der EBC Bus wurde damit zu einem Ärgernis ersten Ranges, auch weil er hohe Kosten verursacht.

Während einige Gemeinden begannen die Infrastruktur zu verbessern, umschwärmen einige TI - Leiter (speziell Damen) den Geschäftsführer der DBT wie die Motten das Licht. Nur wie lange noch? Die TI – Damen werden ganz schnell feststellen, dass man sich an Aladins Wunderlampe heftigst die Flügel verbrennt. Die Konzentration auf eine Marke Echt Bodensee macht den überwiegenden Teil der TI´s schlicht überflüssig. Für die Verteilung von Drucksachen braucht man keine TI und in ihrem jüngsten Interview hat die Touristikexpertin Brittner-Widmann deutlich herausgestellt, dass der Kunde gewünschte Leistungen selbst, einem Baukastensystem ähnlich, zusammenstellt, die Tourplanung wie auch den Besuch von Sehenswürdigkeiten oder Eintrittskartenkauf vor Beginn der Reise an der heimischen Booking Engine ( Heimcomputer) vorbereitet und vollendet.

Schon in wenigen Jahren haben die touristischen Reiseportale ihr Informationsangebot so weit komplettiert, dass sie persönliche Angebote offerieren, die umfassende Wünsche, vor allem älterer Menschen berücksichtigen. Der Erholungswert oder auch die medizinische Versorgung am Urlaubsort werden zu wichtigen Entscheidungshilfen. Wer als Politiker dem Gesichtspunkt Nachtflugtauglichkeit und Anflugzeit der Luftrettung gleichgültig gegenübersteht, dessen Kreis und Gemeinden verlieren deutlich an Attraktivität.
Ein Teil des Datenvolumens der Netzwelt Redakteurin Angela Gruber umfasst 1.679 Dateien in 773 Ordnern, das bedeutet, dass die bevorzugte Frühstückszusammenstellung für eine Kurzreise genau bekannt ist wie das Sicherheitsbedürfnis und die Matratzenhöhe.

Die Informationsvermittlung über das Landesportal sowie die Internationale Bodensee Tourismus GmbH reicht für die Vierländerregion aus, weil sie durch eigenständige Portale regionaler Gastgeber sowie bodensee.de von Schwäbisch Media umfassend ergänzt wird.

Bezüglich der DBT wäre es für die im Kreisrat vertretenen Räte sinnvoll, die Vorlage eines umfassenden Lageberichts zu fordern und damit im Windschatten der Partei DIE LINKE auf rechtlich sicheres und wirtschaftlich vernünftiges Terrain zurückzukehren. Gleiches gilt für die Gesellschafter der DBT und angeschlossene Gemeinden.

Die DBT kann jederzeit, auch auf Drängen des Verkehrsverbundes Bodo, eine Kosten deckende Aufstockung des sogenannten Solidarbeitrags fordern. Daran wird auch Bodo nicht vorbeikommen, weil sich Berufspendler, Schüler, wie auch Gelegenheitsfahrer fragen, aus welchem Grund sie den touristischen Verkehr subventionieren müssen. Das bedeutet für teilnehmende Gemeinden, dass sie die Kurtaxe erneut anheben müssen.

Grundsätzlich wäre es sinnvoll, dass die Kommunalaufsicht des Regierungspräsidiums die Notwendigkeit einer Wirtschaftlichkeitsprüfung erkennt und von Amts wegen einschreitet.

In einem demokratischen Gemeinwesen ist es mehr als unverhältnismäßig, dass Bürger das Verwaltungsgericht anrufen müssen, weil die gewählten Amtsträger Bürgermeister Kreis- und Gemeinderäte es an der Wahrnehmung ihrer Kontrollrechte mangeln lassen.

Auch wenn Amtsträger wie Achim Krafft in Langenargen möglicherweise versuchen die Angelegenheit smart anzugehen wird es täglich schwieriger die Gesamtsituation im Griff zu behalten. Wenn sein TI Leiter mit Helfern gegen Anstandsregeln handelt und Vermieter einbestellt, ein Meldevergehen unterstellt und meint die Angelegenheit einvernehmlich bereinigen zu können (das Forum Langenargen berichtete) wird schwerwiegend gegen das Prinzip der Gewaltenteilung und damit gegen deutsches Recht verstoßen.

Es scheint, die Mehrzahl der Gemeinderäte haben es mit ihrer Obrigkeitshörigkeit so eklatant übertrieben, dass ihnen die Rückkehr in die Mitte der Ortsgemeinschaft schwer fällt. Sie werden den gesellschaftliche Dialog nicht vermeiden können und bei den nächsten Gemeinderatswahlen feststellen, dass dieses Ehrenamt von den Bürgern nicht lebenslang verliehen wird. Ein Neuanfang in vielen Gemeinden ist sinnvoll. In Überlingen hat sich unter Beteiligung der Partei Die Linke eine Wählervereinigung gegründet die gute Chancen hat im nächsten Gemeinderat mit einer starken Fraktion vertreten zu sein. Die Vernunft kommt oft erst in breiteren Bündnissen wirksam zum Erfolg. Ich empfehle einen Besuch auf www.bueb-ueberlingen.blospot.com . Wer sich dem demokratischen Fortschritt verpflichtet fühlt, dem kann ich das Engagement in solch einer Gemeinschaft empfehlen, die von Radolfzell bis Langenargen entstanden sind. Hier werden Bürger aktiv die etwas tun, wozu der Staat nicht mehr willens oder in der Lage ist. Diese Gruppen ermöglichen einen basisdemokratischen Prozess der es möglich macht, dass sich Bürger selbst und gegenseitig helfen und die Verantwortung für das Gemeinwesen leben. Da kommt es auch vor, dass ein nachttauglicher Rettungshubschrauber, statt Luxus-Klo, Vorrang bekommt.

 

 

 

 








 


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