Startseite Aktuelles Mitglied werden Links Datenschutz Kontakt


 

DBT sorgt für große Finanzprobleme am Bodensee

 

________________________________________


DBT sorgt für große Finanzprobleme am Bodensee
Peter Groß (PeG) 28. August 2018

Für den Tätigkeitsbericht erhielt Enrico Heß vom Verwaltungs- und Kulturausschuss des Kreistags viel Beifall, die Campingplatz Betreiberin Maria Wirth appellierte daran die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH (DBT) zu pflegen und nicht immer an der EBC zu messen, dem schloss sich Landrat Wölfle an und erwähnte schnell: "Die DBT sei mehr als die Gästekarte". DBT - Geschäftsführer Heß ließ die Erfolge zurückliegender Jahre Revue passieren und erinnerte u.a. an die CMT in Stuttgart, wo (von dem Hauptaussteller der Bodenseeregion) 20% mehr Broschüren verteilt wurden. Jetzt hat Katy Cuko im Südkurier für 2017 einen Verlust von 477.000 Euro genannt und auf Nachfrage vom Landratsamt erfahren, dass interne Informationen zur DBT nur den Gesellschaftern Bodenseekreis, Landkreis Lindau, Stadt Stockach mit Bodman-Ludwigshafen sowie dem Landkreis Sigmaringen mitgeteilt würden.

Da sich die Kreistagsmitglieder vehement weigern einen Wirtschaftsbericht zu fordern, muss ich vermuten, dass sie dem lotterhaften Umgang mit Steuergeld hilflos ausgeliefert sind oder das komplexe Thema einfach nicht verstehen.

So erklärte Frank Amann (Freie Wähler Fraktion) in der Haushaltsrede (Dezember 2017) u.a.: "Für mich als Vertreter innerhalb zahlreicher Tourismusorganisationen in der Region und auf Landesebene ist die EBC ein attraktives, innovatives Produkt, ein Meilenstein, ein Ausrufezeichen für den Tourismus am Bodensee. Wir werden sie da Herr Landrat weiterhin, wenn es sein muss, auch finanziell unterstützen."

Ob ihm bekannt war, dass die Schwäbische Zeitung nach Medienberichten (EBC vor dem Ende, 13.11.2017) die Summe von bis zu 700.000 Euro nannte, die der GEIOS AG von der DBT zuflossen, ist nicht bekannt.

System, Kartenlesegeräte und -rohlinge. Chipkarten Terminals wohl auch Lizenzen, Software und Rechte wurden, heißt es, der Schwarzwald Tourismus GmbH gratis überlassen. Warum wird die DBT mit 257.000 Euro bis 31.07.2018 für mehrjährige Miet- und Leasingverträge, vereinbarte Zahlungspauschalen, Instandhaltung der EDV und EDV-Lizenzen, nebst einer Beteiligung an Systemkosten weiterhin belastet? Die Schulden der DBT wachsen kontinuierlich. Es werden alljährlich neue Gesellschafterzuschüsse in Höhe von 576.000 Euro (seit 2017) an die DBT gezahlt.
Wer bisher die Hoffnung hatte, der öffentliche Nahverkehr würde von der EBC profitieren, der wird vom teuersten und leistungsschwächsten Verkehrsverbund in Baden-Württemberg, wie immer, enttäuscht. Über den anteiligen Fahrtkostenanteil von 75 Cent sollten, bei vermuteten 500.000 Übernachtungen, 375.000 Euro eingenommen werden. Für Bodo zu wenig. Der Landrat nannte auf Grund von Tarifanpassungen den Betrag von 320.000 Euro, der zusätzlich aus der Kreiskasse an Bodo gezahlt wird und dass 14 Millionen Euro in den ÖPNV einschließlich Schülerverkehr fließen. Es scheint dass Ausschreibungen zur Ermittlung des günstigsten Anbieters nicht stattfinden und sowohl Deutsche Bahn als auch die Busverkehrsbetriebe ihre überhöhten Wunschpreise durchsetzen können.

Die deutlich überzogenen Mehrkosten durch Preiserhöhungen zu Beginn des Jahres, müssen alle Fahrgäste bezahlen. Eine Petitesse am Rande: "2017 führte DB Regio für Pendler auf besonders betroffenen Strecken Entschädigungsaktionen mit einer Gesamtsumme von rund 1,8 Millionen Euro durch, von der mehr als 14.000 Fahrgäste profitierten." Besonders betroffen war der Bodenseekreis. Über Entschädigungsleistungen ist hier nichts bekannt. Eine andere Anmerkung: Der Regio Verkehrsverbund Freiburg, mit 19 angeschlossenen Verkehrsunternehmen und der etwa 5-fachen Fläche, bietet ein Pendler-Jahresabo für 600 Euro und eine Schülerkarte für das Gesamtnetz zum Preis von 35,60 Euro. Bei Bodo bezahlen Berufspendler 1.325,04 Euro jährlich und Schüler 114,50 Euro monatlich.
Das DBT-Trauma belastet neben vier Gemeinden in Baden-Württemberg auch den Landkreis.

Die Gesellschafterzuschüsse des Bodenseekreises erreichten von 2013 bis 2017 die Höhe von 1.472.573 Millionen Euro. Hinzugerechnet werden muss der Anteil aller weiteren Gesellschafter von 441.772 Euro, das 1,2 Millionen-Darlehen des Bodenseekreises und offenbar 257.000 Euro aus finanziellen Verpflichtungen, die bisher nicht in der Bilanz enthalten sind. Unter dem Strich 3.371.345 Mio. Euro.

Bürgermeister oder Gemeinderäte gehen womöglich ein beträchtliches Risiko ein, wenn die DBT quasi über Nacht eine Preiserhöhung für die EBC beschließt. Das Recht hätte sie. Unter diesen Umständen kann es jedoch als selbstverständlich empfunden werden, wenn derzeit keine weitere Gemeinde bereit ist sich auf das DBT - Abenteuer einzulassen. Es gäbe nur die Möglichkeit der Kündigung zum nächstmöglichen Termin nach zwei Jahren. Schon heute müssen die Beiträge zur DBT (25%) aus der Gemeindekasse bezahlt werden. Nach meiner Kenntnis wurden Zahlungen an die DBT vom Oberverwaltungsgericht Mannheim nicht als touristischer Aufwand anerkannt, der aus der Kurtaxe finanziert werden darf. Als echte Einkünfte der DBT bleiben nur der 25% Anteil für jede Übernachtung, die vermutlich vorerst die Gesamthöhe von 125.000 Euro jährlich nicht übersteigen. Die Personalkosten, ohne Enrico Heß, übersteigen den Betrag um ein Vielfaches.

Die Deutsche Bahn lässt keine Qualitätssprünge in Richtung Bodensee-S-Bahn erwarten. So bleibt die Feststellung, dass sich touristische Gäste für das Angebot nicht erwärmen, auch weil Bahnen und Busse immer wieder überfüllt sind oder es an Pünktlichkeit mangelt. Der EBC–Bus verkehrt aus Kostengründen eingeschränkt und verursacht hohe Umweltbelastungen durch Leerfahrten. Ob DBT oder das zu viel an TI´s, es kann nur durch Beendung dieser Mittelverschwendung und Ausbau des Bahn und Busangebotes rund um den See eine Besserung für Mensch und Umwelt erreicht werden. Man sollte beherzt beginnen und nicht noch länger warten.

 

 

 

 








 


© Copyright 2018 by Gastgeber Uhldingen-Mühlhofen e.V.