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Die EBC der DBT: Ein Produkt für die Tonne

 

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Die EBC der DBT: Ein Produkt für die Tonne
Peter Groß (PeG) 26. August 2018


Die neue Bürgermeisterin Alberti sieht die Zukunft realistisch und nun verlässt die Gemeinde Daisendorf nach zwölf Jahren den Bodensee – Linzgau – Tourismus. Es ging in Daisendorf um einen recht überschaubaren Betrag von 11.200 Euro, der künftig zur Hälfte eingespart wird. Bei vielen Gemeinden überschreiten die Kosten für die Tourist Info die Millionengrenze mit steigender Tendenz und die Frage muss gestellt werden: Wofür eigentlich. Wenn zusätzlich Gebühren an die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH abgeführt werden müssen schadet das der Demokratie, weil das Handeln der in die Fänge der DBT geratenen Kreispolitiker, Gemeinderäte und Bürgermeister nicht mehr verstanden, aber mit (Staats-) Gewalt durchgesetzt wird.

Im Jahr 2017 machte die DBT 477.000 Euro Verlust und kassierte aus den Stadt- und Gemeindekassen der DBT - Gesellschafter Zuschüsse in Höhe von 576.000 Euro. Der einzig wahre Schuldenstand bleibt im dunkeln, weil derzeit kein Politiker im Bodenseekreis einen Rechenschaftsbericht fordert. So belasten die Abgaben der an die DBT angeschlossenen Gemeinden den Haushalt mit 1 Euro pro Übernachtung, davon gehen 25% an die DBT. In Langenargen sind das geschätzt 63.750 Euro (im Jahr 2017) von 255.000 Euro.

Ich möchte das Zahlenwerk aus dem Artikel des Südkurier: "Gästekarte sorgt für Finanzprobleme", 24.08.2018 an dieser Stelle nicht wiederholen und mich weiteren Merkwürdigkeiten zuwenden. Die bejammernswerte Schuldensituation ist, außer im Südkurier, auch in vielen Beiträgen des Forum Langenargen oder Gastgeber Uhldingen-Mühlhofen zugänglich.

Der Jahresabschluss der DBT zum Geschäftsjahr 2017 im Bundesanzeiger notiert unter Angaben zu einzelnen Posten der Bilanz:

"Sonstige finanzielle Verpflichtungen, die nicht in der Bilanz enthalten sind und auch nicht nach den §§ 251, 285 Nr. 3 HGB anzugeben sind, bestehen aus mehrjährigen Miet- und Leasingverträgen, einer vereinbarten Servicepauschale für die Instandhaltung der EDV, und EDV-Lizenzen sowie für die Beteiligung an den Systemkosten der "Echt Bodensee Card" bis zum Vertragsende am 31.07.2018. Der Gesamtbetrag der pro Jahr zu leistenden Zahlungen beträgt brutto T€ 257,2…"

Damit sind wohl 257.000 Euro gemeint, die den Schulden hinzuzurechnen sind. Das scheint mir sehr merkwürdig, denn die Hochschwarzwald Tourismus GmbH hatte nach dem Insolvenzantrag der GEIOS AG im Oktober 2017 fünf Mitarbeiter des Technologie Unternehmens übernommen und konnte nach einer Mitteilung der Hochschwarzwald Tourismus GmbH im März 2018 "durch einstimmigen Beschluss der Gläubigerversammlung auch die Rechte und Lizenzen vollständig sichern, sodass GEIOS nun vollständig in die Tourismusorganisation im Hochschwarzwald übergeht." (destinet.de, 21.03.2018).
Da GEIOS als Nutzer der kompletten elektronischen Infrastruktur wie Server, Computer oder Lesegeräte genannt wird muss die Frage gestellt werden, in wessen Eigentum Geräte und Karten standen oder stehen die heute, wie es scheint, vermutlich seit Oktober 2017 im Besitz der Hochschwarzwald Tourismus GmbH sind und aus welchem Grund von der DBT bis 31.07.2018 Servicepauschalen für die Instandhaltung der EDV, Lizenzen und Beteiligung an den Systemkosten zu tragen sind, wenn sich die Hochschwarzwald Tourismus GmbH alle Rechte und Lizenzen gesichert hat, während die DBT mit einer Papierkarte durch den Bodenseekreis tingelt und trotzdem noch gegen Datenschutzrecht verstößt.

Die Fraktionschefin der Grünen-Fraktion Mathilde Gompert machte sich für die Einführung der EBC in Friedrichshafen stark, scheint aber weder Sachkenntnis zu besitzen noch eine erforderliche Auskunft zur finanziellen Situation zu verlangen. Eine Antwort auf meine Anfrage steht bis heute aus. Das finanzielle Abenteuer würde die Stadt Friedrichshafen etwa 755.000 Euro kosten. Davon allein 188.000 Euro nur für die DBT. Es kann nicht schaden, wenn Parteifreunde wie Martin Hahn oder die Neu - Grüne Christine Heimpel sich mit Verantwortung des Themas annehmen. Es fühlt sich ja sonst niemand zuständig.

Es gab schon kuriose Meldungen, als Bürgermeister Krafft, Mitarbeiterinnen und Leiter verschiedener TI´s als Standbetreuer zu Messen bis nach Berlin reisten. Dass die Exkursionen in Wellnesshotels enden ist sicher reine Spekulation. Auffällig bleibt trotzdem, dass TI´Leiterinnen wie Ute Stegmann (Immenstaad) oder Elisabeth Grammel (Kressbronn) sich trotz ablehnender Haltung bei Gastgebern oder Gemeinderäten und ohne Kenntnis der wirtschaftlichen Situation der DBT so für die EBC einsetzen, obwohl schnell feststellbar ist, dass gerade die Buchungen in der Gemeinde Langenargen stark zurückgingen und Kressbronn wie weitere 19 Gemeinden kein ernsthaftes Interesse zeigen.

Der Gedanke, jemanden mit besonderen Zuwendungen auf seine Seite zu ziehen, ist so alt, dass er geradezu typisch menschlich erscheint. Ab 200 vor Christus gab es in der römischen Gesellschaft festgeschriebene Regeln für Verwaltung und Militär. In jener Zeit erkauften sich Generale häufig den Gehorsam ihrer Soldaten durch besondere Zuwendungen. Nun möchte ich wirklich niemandem unterstellen (Geld-) oder Geschenke nach dem Motto "kleine Geschenke erhalten die Freundschaft" empfangen zu haben. Der Furor von TI - Mitarbeiterinnen zugunsten der DBT irritiert mich trotzdem.

Es ist auch an der Zeit zu entscheiden, wem denn die Informationsvermittlung und Veranstaltungsplanungen im Tourismus zugestanden werden. Es geht nicht, dass jede TI sowie die DBT zusätzlich und nebeneinander an Broschüren, Drucksachen und Imagekampagnen basteln, die einmal das Logo Echt Bodensee tragen und dann wieder unter der Fahne einer Gemeinde - TI segeln. Das verursacht Doppelkosten, die nur durch Schließung eines Großteils der bestehenden TI´s zugunsten einer Zentralstelle abgewendet werden können. Bisher zeigen allerdings nur die professionellen Internetportale oder Gastgeberzusammenschlüsse dass sie ihr Geschäft verstehen.

 

 

 

 








 


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