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Immenstaad:
Bürger wollen immer noch
keine Echt Bodensee Card

 

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Immenstaad: Bürger wollen immer noch keine Echt Bodensee Card
Das wäre meine Meinung zu einem echten Dauerskandal. (PeG) 20. August 2018

"Die Feriengäste in Immenstaad wünschen sich eine Gästekarte, mit der man den ÖPNV in der Region kostenlos nutzen kann." Das sagt Ute Stegmann, die Leiterin der TI Immenstaad in der Schwäbischen Zeitung und wirbt schamlos, gratis aber vermutlich wieder einmal erfolglos für die EBC. Das im Jahr 2013 von der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH (DBT) gestartete größte Ärgernis für Gastgeber, Einwohner und Gäste im Bodenseekreis, das einst als Datenkrake gestartet ist, von Verwaltungsrichtern zu Fall gebracht wurde und wie man schreibt fast zweistellige Buchungseinbrüche in Langenargen verursacht hat, ist auf Fürsprecherinnen wie Frau Stegmann dringend angewiesen. Sonst müsste auch der letzte Kreispolitiker wahrnehmen, dass die Interessen der Einwohner deutlich woanders liegen und Millionenbeträge für Tourist Info´s vergebliche Ausgaben zur Unterstützung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landkreises sind.

Der Haushaltsplan von Immenstaad weist für touristische Ausgaben im Jahr 2017 einen Betrag von 1.138.500 Mio. Euro aus. So ist es durchaus vorstellbar, dass statistisch jeder Einwohner 176,76 Euro für den Fremdenverkehr bezahlt, ohne Beachtung der privaten Ausgaben (höhere Mieten und Lebenshaltungskosten).

Der Betrag fällt so hoch aus, weil ein sauberer Nachweis über Einnahmen und Ausgaben nicht klar und nachvollziehbar publiziert wird. Ob Immenstaad der DBT künftig 360.000 Euro überweist, davon 90.000 Euro aus dem Gemeindehaushalt nur an die DBT, das sollte im Rahmen eines demokratischen Verfahrens geklärt werden. Mir sei die vereinfachte Argumentation gestattet, wie auch die Frage ob Grünpflege, Instandhaltung oder Reinigungsarbeiten anteilig zu den Aufwendungen für Fremdenverkehr gerechnet werden. Es steht nichts davon im Haushaltsplan (Untertitel: Fremdenverkehr).

Von 24 Städten - und Gemeinden (einschließlich Konstanz) sind nur vier der DBT beigetreten und es wurden nicht mehr. Wenn der Landrat die Finanzierung von Familientreffs als Luxus bezeichnet, die jedes Jahr einen siebenstelligen Betrag kosten, muss die Frage gestattet sein, aus welchem Grund die EBC nach Insolvenz des technischen Dienstleisters oder dem Urteil des Oberverwaltungsgericht (OVG) mit Millionenaufwand am Leben gehalten wird. Dem Verkehrsverbund bodo fehlt es jedenfalls am Willen eine Kosten günstige Papierkarte für Touristen anzubieten. Die Frage bleibt, ob es nicht effektiver wäre Einheimischen so ein Angebot zu machen, sie bezahlen 15,40 Euro für den Tagesfahrschein statt einen Euro und würden ein Angebot (für einen Euro) sicher gerne nutzen: Übrigens auch als Jahresticket, rund um den See, für Berufspendler oder Ausbildungsverkehr zum Preis von 365 Euro und dann aber dem größten Nutzen für die Umwelt.

Wenn man dem Vortrag von Frau Stegmann folgt, sind Touristen völlig überfordert, im Internet zu recherchieren, das Smartphone zu nutzen, in einem der zahllosen Prospekte zu lesen oder einer logisch aufgebauten Wegausschilderung zu folgen. Warum Stempelkarten für Kinder nicht von Freizeiteinrichtungen und Gastgebern ausgegeben und zurück genommen werden können, verbunden mit der Ausgabe von kleinen Geschenken ist mir unverständlich und erscheint Kosten treibend.
Wozu man die Touristen krampfhaft an die TI binden will, ich verstehe es nicht und sehe den Grund nur darin, den Mythos zu nähren, dass nur mit Hilfe eines TI - Netzwerk Touristen an den See kommen. Die Haupttätigkeit der TI sollte dann aber auch bei der Zimmervermittlung liegen. Inzwischen ist es aber so, dass die Vermittlung von Ferienunterkünften fast ausnahmslos über Buchungsportalen oder eigene Internetseiten der Gastgeber erfolgt und eine TI, mit so vielen Personalstellen, nicht mehr in jedem Ort gebraucht wird. Kinder und Eltern nach dem Besuch von Immo´s Kindertreff, Aquastaad, Käpt`n Golf, Geocoaching, Lädine oder Abenteuerpark in die Räume der TI zu rufen um ihnen Turnbeutel zu schenken ist völlig unsinnig.

Es erscheint mir als Zeitverschwendung, die unnötig hohe Arbeitskosten verursacht, ausschließlich mit der Zielstellung die Besucherstatistik der TI aufzuhübschen und die dadurch einzig und allein die Vergeudung öffentlicher Mittel bewirkt.

Die Herstellung von Drucksachen erfolgt durch Werbeagenturen und der Vertrieb von Prospekten wäre durch Prospektverteiler möglich, die von der Apotheke bis Zahnarztpraxis ohnehin kostenlose Zeitschriften verteilen, dazu gibt es Displays für Prospekte, die nur nachgefüllt werden müssen. Die Frage warum TI´s aus der Gemeindekasse, also von allen Einwohnern bezahlt werden müssen fordert eine ehrliche Antwort. Schon weil es bundesweit TI´s gibt, die sich aus Sponsorengeld und Vermittlungen finanzieren wie Andenken- und Eintrittskartenverkauf. Dort entsprechen die Öffnungszeiten annähernd den Ladenöffnungszeiten. In ganz Wien gibt es übrigens nur zwei TI´s, im Bodenseekreis (über 30) und mehr Menschen fahren in Vorarlberg oder Wien (bald auch Mannheim) mit dem 365-Euro-Ticket, als mit dem Auto.

Wenn Frau Stegmann betont, dass rund 80% der Vermieter bei der TI registriert sind bedeutet das nicht, dass ihnen Gäste vermittelt werden, sonst könnte sie die Zahl erfolgreicher Vermittlungen bekannt geben. Wenn sie ihre von der Gemeinde finanzierte Arbeitszeit immer wieder für Belange der DBT zur Verfügung stellt, stellt sich für den Kämmerer die Frage ob dieses "Leiharbeitsverhältnis" von der DBT auch refinanziert wird.

Wenn ein Bild in der Schwäbischen Zeitung erscheint mit der Bildunterschrift: "Viel zu tun haben derzeit die Mitarbeiter der Immenstaader TI " (Es zeigt sie lächelnd, teils entspannt sitzend in einem 240 Euro teuren Doppelliegestuhl der DBT. Artikel: Touristen in Immenstaad wünschen sich Gästekarte, 16.08.2018), dann sagt ein Bild in diesem Fall mehr als 1000 Worte. Die weitere, durchaus parteiische, Berichterstattung "verkauft" die TI als nette, unentbehrliche Freizeiteinrichtung und das hat mit Tourismus – Marketing nicht mehr das geringste zu tun.

Wenn nachfolgend hinzukommt, dass sich die im Kreistag vertretenden Parteien, verantwortliche Bürgermeister und Gemeinderäte weigern, eine Auskunft über den Schuldenstand sowie eine Antwort auf die Frage zur wirtschaftlichen Zukunft der DBT zu verlangen kann man wohl von einem deutlich gestörten Vertrauensverhältnis zwischen der Bürgerschaft und den verantwortlichen Politikern ausgehen. Hier stellen sich abschließend zwei Fragen: Ob sich Bürgermeister Henne am Steuergeld verbrennen beteiligen will und darf und warum sich die Bürger bei solch einem wichtigen Thema nicht in geeigneter und verbindlicher Form an der Entscheidungsfindung beteiligen können.

 

 

 

 








 


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