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Immenstaad: Das war wie Teletubbies für Erwachsene

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Immenstaad, 03.05.2018

 

Immenstaad: Das war wie Teletubbies für Erwachsene
Peter Groß (PeG) für das Forum Langenargen - 03.05.2018

Am 29. März 1999 waren die Teletubbies erstmals auf deutschen Bildschirmen.
Fast 20 Jahre später hatte mein Informant ein Déjà-vu, als er einen Vortrag der
Tourist Info Immenstaad besuchte. Den Teletubbies ähnlich agierten die Akteure der
Neuauflage dieser DBT – Werbeveranstaltungen, allerdings ohne winke-winke.

Da gab es zwei Kurzvorträge zum Thema Tourismus (die auf Kosten der Steuerzahler),
positive Zustimmung für die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH (DBT) und
deren Echt Bodensee Card (EBC) erzeugen sollten. Thema: Global, regional,
analog und digital.

Als dann die Nachfragen den Veranstaltern zu viel wurden, jeder
Gast durfte eine Frage stellen, wenige machten zunächst davon Gebrauch, hat
man die interessierten, ortsfremden Nachbarn aus Langenargen, Hagnau,
Uhldingen-Mühlhofen, Sipplingen u.a., mit den Worten: "Ich glaube wir
Immenstaader wollen jetzt unter uns sein", trotz vorangegangener Einladung,
einfach vor die Tür gesetzt. Stellt sich die Schlussfrage, wie gastfreundlich ist die
Immenstaader Verwaltung, wenn eine mit Hilfe öffentlicher Mittel finanzierte
Tourismus-Professorin aus Ravensburg eine Informationsveranstaltung, auch für
Gäste aus der Nachbarschaft nach Gutsherrenart beenden darf. Nachdem man
gerade erfahren hatte, dass "eine starke Tourismusmarke das Wir-Gefühl in der
Region fördern will."

Die Gäste aus der Nachbarschaft waren eigentlich mehr an
einem Erfahrungs- und Meinungsaustausch mit den Immenstaader Kollegen und
Besuchern interessiert – auch ohne weitere Wortmeldungen, da diese weiteren
Nachfragen ohnehin schon im Vorfeld verboten waren. Galt es doch, nach dem
augenscheinlich allzu oberflächlichen Vortrag, der Frau Prof. Dr. Anja Brittner–
Widmann einige echte Informationen über das Geschehen vor Ort zu bekommen.


Man hat im Bodenseekreis wenig mit, durch die Welt reisenden, chinesischen
Touristen zu tun, weil die in sieben Tagen mit dem Bus von Neuschwanstein bis in
den Schwarzwald düsen, das wissen alle Gastgeber.

Dass Vermieter nun mit
Hygge – Sofas und Bettwäsche aus dem Dänischen Bettenlager punkten sollen um
zu einer Echt Bodensee Marke zu werden ist akademisch gefärbter Unsinn. Wie
auch der zweifelhafte Tipp dass jeder Gastgeber nach schwerer Tagesarbeit
schwachsinnige Kommentare auf Tourismus – Portalen richtigstellen muss. Einer
Flutwelle gleich kommen dadurch immer mehr Kosten für Dienstleistungen von
Buchungsportalen, eigener Webseite bis Werbegeschenk auf die Gastgeber zu.


Immerhin erfuhren die staunenden Immenstaader, dass die aus Steuergeld
finanzierten Gesellschafter der Deutschen Bodensee Tourismus GmbH auch für
das Jahr 2017 den Betrag von 576.000 Euro zuschießen müssen. Jedoch nicht, ob
die Leistungen der DBT an GEIOS, im Verlauf der GEIOS Insolvenz an die DBT
und damit in den Kreishaushalt zurück geflossen sind, ob eine Rückvergütung für
Kartenrohlinge (Stückpreis 5 Euro Pfand), hunderte Lesegeräte, Schnittstellen und
Software erfolgt ist oder ob die bereits zweite Bodo - Fahrpreiserhöhung auch
Auswirkungen auf den Solidarbeitrag hat.

Ursprünglich wurde eine Erhöhung des
Solidarbeitrages seitens bodo , nach allgemeinen Preiserhöhungen, in einem
Südkurierartikel erwähnt. Was ja aus Sicht der Einheimischen auch gerecht wäre.


Ich kann zwar nicht sagen, ob die Touristikberaterin Stegmann aus der Gemeinde
Immenstaad leichtfertig gehandelt hat, indem sie spitz bemerkte, dass die
Datenerhebung schon mit dem handschriftlichen Eintrag auf dem Meldeschein
beginnt. Bisher steht vom Landesdatenschutzbeauftragten eine Antwort aus. Auch
die Chefjustitiarin des Eigentümerverbands Haus & Grund Deutschland mag noch
keine verbindliche Rechtsauskunft erteilen, fürchtet aber, dass alle Vermieter wenn
sie Daten erheben und verarbeiten in der Pflicht sind. Juristen und Abmahnvereine
scheint es, verharren nervös und unruhig in den Startlöchern.

Selbst ein glühender
Verehrer der EBC und Bürgermeister von Heiligenberg hat das Projekt EBC wieder
eingefroren und bis ins nächste Jahr verschoben, damit fehlen erneut zwei lautstark
angekündigte Neuzugänge. Wer sieht ein Problem darin, wenn Immenstaad eine
Teilnahme bis zur Klärung aller Sachverhalte zurück stellt. Inzwischen bahnt sich
nämlich auf Initiative der Langenargener Gastgeber im Umfeld des Forum
Langenargen und des Gastgeber Uhldingen-Mühlhofen e.V. mit Unterstützern aus
vielen Seegemeinden eine einfachere Lösung an.

Zu der neuen Karten-Initiative
haben sich auf vier Veranstaltungen mehr als 300 Gastgeber mittels Unterschrift
bekannt. Weitere Informationsveranstaltungen, die übrigens den Steuerzahler nicht
einen Cent kosten, stehen bevor. Weil man anders als die TI´s im täglichen
freundschaftlichen Kontakt mit den Gästen steht, kennt man deren
Wunschvorstellungen besonders gut.

Die Umfrage durch Prof. Dobbelstein scheint
wenig hilfreich. Es wurden nur 600 Gäste im Wesentlichen danach befragt ob sie
die EBC kennen, wobei in Langenargen zwei mehrere Meter große Transparente
gespannt waren, der Ort und die TI Sipplingen überdurchschnittlich durch Aufsteller
und Fähnchen geschmückt war, sowie kein Faltblatt oder Internetportal der TI´s im
Bodenseekreis ohne Hinweis auf die EBC blieb.

Na ja zum Schluss könnte ich mir
vorstellen, hat Enrico Heß zur Durchsetzung des eigenen EBC Logo folgendes
verkündet: Wir sind eine Marke und verbunden unter einem Logo so dass Produkte
aus dem hauseigenen DBT Merchandise Katalog vorrangig vertrieben werden
müssen, also Stofftier und Quietscheentchen Lakey statt Immo – unser kleiner
Freund. Wenn Immo nun im Lauf der Saison nicht ausverkauft ist, wird man ihn
wohl schreddern müssen. Denn Logo ist Logo und bei Immo fehlt das ECHT
BODENSEE, das inzwischen auch auf himmelblauen Flip Flops aus Plastik für 11
Euro das Stück, Sitzsäcken für 235,00 Euro oder Doppelliegestühlen für 240,00
Euro zu finden ist. Ob die allerdings Hygge sind mag jeder selbst entscheiden.

 

 

 

 

 

 








 


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