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Vorwärts mit der SPD im Nahverkehr?

 

 

Vorwärts mit der SPD im Nahverkehr?
Busfahren zum Nulltarif in Friedrichshafen?

Für Christine Heimpel, Dieter Stauber, die SPD Ortsvereine und Juso-Hochschulgruppe war das bereits 2015 eine soziale Herausforderung. Als sich die Initiative, Eltern für Elternrechte, später auch die Partei DIE LINKE für kostenfreie Schülerbeförderung im gesamten Bodenseekreis stark machten, vernahm man schon lautes Wehklagen. Ein Antrag für kostenlose Schülerbeförderung wurde bei drei Enthaltungen im Kreisrat abgelehnt. Lieber wollten die Kreisräte das gesamte Netz von Lindau bis Konstanz an Touristen verschenken. Für einen Euro von Lindau bis Konstanz mit der Echt Bodensee Card (EBC). Dabei stieß man auf erheblichen Widerstand der Gastgeber im nördlichen Bodenseekreis, so dass die EBC in nur vier Gemeinden, gegen den heftigen Protest vieler Vermieter dieser Gemeinden versuchsweise ausgegeben werden kann.

Trotz aller Mut machenden Sympathiewerte für Martin Schulz, bleibt die Kreis-SPD auf dem Boden der Tatsachen und stellt sich fest an die Seite der Berufspendler und Schulkinder, die im ÖPNV recht stiefmütterlich behandelt werden. Unter Leitung von Norbert Zeller unternahm man im Februar eine Testfahrt auf der Bodensee-Gürtelbahn und war entsetzt über die schlechte Leistung der Deutschen Bahn.

Die Gastgeber Uhldingen-Mühlhofen, Forum Langenargen, Hagnau und Sipplingen drängen weiter darauf, das Projekt EBC einzustellen. Sie befürchten wegen der Mängel im ÖPNV eine große Zahl von Beschwerden und wollen mit einer eigenen Initiative den Verbraucherschutz stärken. Sie sehen auch durch die erzwungene Datenerfassung eine große Gefahr für Touristen. Umfangreiche persönliche Daten werden abgefragt und für Werbezwecke oder die Erstellung von Bewegungsprofilen genutzt.

Bei der Suche nach vernünftigen Problemlösungen gingen Norbert Zeller und seine SPD-Räte im März auf Erkundungsfahrt ins Nachbarland Vorarlberg. Es ging wohl auch darum, dem wahren Europagedanken durch nachbarschaftliche Initiativen neue Impulse geben. So fand eine alte Empfehlung des Gastgeber Uhldingen- Mühlhofen e.V. endlich Gehör. Das Vorarlberger Modell auf den Bodenseekreis zu übertragen. Die Jahreskarte gäbe es dann für 365 Euro. Ein Preis, der in Hessen für die Landesweite ÖPNV-Nutzung im Schülerverkehr seit wenigen Tagen gilt.

Eines sollte den Verantwortlichen im Kreis- und Landtag klar sein, dass sie eine große Verantwortung tragen und die erforderliche Transportkapazität bereit stellen, aber aus den Einnahmen der Touristen, auch anteilig und gerecht finanzieren müssen.

Dort liegt die größte Gefahr, dass nämlich mehr Transportkapazität nachgefragt wird, als finanzierbar ist. Wie soll die Lücke zwischen dem Tagesfahrschein für 15 Euro und dem einen Euro für die EBC geschlossen werden, wenn allein davon 25 Cent an die Deutsche Bodensee Tourismus GmbH gehen und der Verkehrsverbund bodo 75 Cent beansprucht - u.a. für Installation und Wartung des e-Fahrgeldmanagement.

Aus den Einnahmen werden wohl nur Schulden getilgt und der Verwaltungsapparat geölt, damit er geschmeidig bleibt. Mehr Fahrzeuge, deren Instandhaltung und Reinigung wird nicht möglich sein, zumal die Landesregierung alle attraktiven Neuerwerbungen, wie Bahnen und Busse, im Großraum Stuttgart konzentriert.
Fast könnte man meinen, die Landespolitik hat den Bodenseekreis in Bezug auf seine Attraktivität für Touristen bereits aufgegeben. Für Straßenbauvorhaben schlägt man breite Schneisen durch verbliebene Wald- und Wiesenstücke, ohne jede Rücksicht auf die Kulturlandschaft. Erholungsflächen werden für Wohnungs- und Gewerbebau verplant .

Die Verkehrsplaner bei bodo gehen von einer zusätzlichen Nutzung des ÖPNV durch Touristen in Höhe von fast 50% aus. Das wäre eine Mehrbelastung durch etwa 6 Mio. Übernachtungsgäste in drei, mit Vor- und Nachsaison, sechs Monaten. Dazu sollten die Verkehrsexperten den Takt und Fahrzeugbedarf errechnen. Der völlig überlastete Berufs- und Schülerverkehr fordert nicht nur vor 9.00 Uhr, sondern auch mittags und abends, als Feierabendverkehr, mehr freie Sitzplätze und Fahrradstellflächen.

Da man beim Verkehrsverbund bodo bisher nicht verstanden hat, dass im ÖPNV neben der Verteilung von Einnahmen auch Leistungen für die Fahrgäste erbracht werden müssen, bleibt die Neuvergabe an einen leistungsfähigen, sachverständigen Anbieter nicht aus. Mit Strafgeldern, die an den Landeshaushalt gehen, bessert sich die Situation für die Fahrgäste nicht. Allenfalls sind sie geeignet die Pensionen von Landtagsabgeordneten zu erhöhen.

In diesem Zusammenhang sind die fortschrittlichen Kräfte in Fahrgastverbänden und Parteien gefordert, das Anliegen der Gastgeber nach Entschädigungsleistungen für Fahrgäste zu unterstützen. Gefordert werden Gutschriften oder übertragbare Freifahrten, in Höhe von 25 Euro oder die Erstattung von Taxikosten.

Wer sein Fahrgeld nicht vor der Fahrt bezahlt hat, der wird als Schwarzfahrer von der Staatsanwaltschaft verfolgt. Im Umkehrschluss sollte die Leistungsverweigerung, z.B. Verspätungen oder Bus- bzw. Zugausfall eines Verkehrsunternehmens durch ein Bussgeld bestraft werden. Sonst tritt nämlich nicht die geringste Besserung ein.

Auch im Verkehrsministerium sollte bekannt sein, dass überfüllte und ausgefallene Bahnen und Busse die Zahl der Agressionshandlungen und Übergriffe gegen Fahr- und Servicepersonal oder andere Fahrgäste unnötig erhöhen.

Es sollte Selbstverständlich sein, im Notfall alle verfügbaren Züge, auch IC und ICE, ohne Aufpreis freizugeben und die Nutzung der 1. Klasse ohne bürokratische Hürden uneingeschränkt zuzulassen.

Der Verein Gastgeber Uhldingen-Mühlhofen wird seine Gedanken zu dem Thema und ein vorläufiges Muster der Anträge zur Fahrkostenerstattung auf der nächsten
Stammtisch vorstellen. Wie immer sind Gäste, Medien und Politiker herzlich willkommen!

Der Ort: Gasthof Uhldinger Hof, gegenüber dem Bahnhof Uhldingen-Mühlhofen.
Bahnhofstraße 24, Oberuhldingen.
Die Zeit: Am Montag, dem 03. April 2017 ab 19.00 Uhr

 

 








 


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