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Bodensee - Perlen

© Bodensee Perlen - Ein unergründliches Feuilleton für Reisende

 

Dreht euch nicht um, der Kronprinz tobt rum.

 

 

Dreht euch nicht um, der Kronprinz tobt rum.


„Sichtlich genervt steigt Landrat Wölfle zurück in den Bus. Eigentlich war für den Tag eine nette Fahrt gemeinsam mit einigen Bürgermeistern aus dem Kreis entlang des Bodenseeufers geplant gewesen“, so berichtete der Südkurier im Hochsommer 2016. Kurz bevor er in den Bus einstieg, stellte er noch einmal klar: „ich habe vom Kreisrat den Auftrag bekommen, den Tourismus in der Region voranzutreiben und die EBC einzuführen. Das setze ich durch – ohne Wenn und Aber“, zitierte ihn der Südkurier abschließend. Die Demonstranten sind überwiegend Vermieter*innen aus der Region, die den Schaden für den Bodenseekreis durch das teure Bürokratie Monster fürchten. Etwa 350.000 Euro müssen Gäste in Uhldingen-Mühlhofen bezahlen, für 11.700 gratis Fahrten.

Das Bezahlen beschränkt den Umfang der menschlichen Phantasie, zeigt Grenzen auf für Unmäßigkeit und das ans Tageslicht kommen dunkler Charakterzüge. Jeder Berufspendler stellt sich vor, die Bahn oder Busfahrt wäre ab dem nächsten Tag kostenlos, er wird keinen Moment daran zweifeln, dass ihm der freie Zutritt wegen Überfüllung versperrt sein wird.
Die Fahrt ist ja schon heute nicht angenehm. Wer mag Schulkinder, wegen der geringen Körpergröße, mit überschweren Schultaschen, ins dickste Dickicht menschlicher Leiber drücken. Auch Eltern, die von Sportlehre*innen öfter auf mysteriöse Verletzungen angesprochen werden wegen der vielen „blaue Flecke“, die häufig nach Raufereien zurück bleiben und vielleicht auf Kindesmisshandlung schließen lassen, obwohl die Ursache der Platzmangel im Bus ist. Sie bringen ihre Kinder mit dem Auto in die Schule oder den Kindergarten. Es sind zwei weitere Gruppen, die künftig entweder den ÖPNV meiden und das eigene Auto oder eben das Taxi Mama nutzen. Wir kennen doch die menschliche Schwäche, wenn etwas kostenlos ist, fährt man auch bis zur Endstation oder den Rundkurs, auch wenn es gar nichts nützt. Vielleicht auch zweimal, kann man doch den See in seiner Gesamtheit bewundern. Manche wird man nicht mal durch Ausräuchern raus bringen oder sie würden sich zur Mittagsruhe schlafen legen. Ich selbst aß bei einem Stadtfest zu viele Portionen Eis, bis ich bald nicht mehr gerade laufen konnte, weil es verschenkt wurde. Oder die Kinder, die es wussten,  das Karussell fahren ist umsonst, die kleben doch auf dem Holzpferd geradezu fest und erlauben es erst sie herunterzuheben, wenn sie so richtig verdreht und bleich wie Schlämmkreide sind.


Das NEIN wird eine erhebliche Kraftanstrengung erfordern,  wenn man vom neuen Shopping - Center in Singen, Lindau oder Konstanz an den Tisch der billigen Systemgastronomen gerufen  wird. Welches noch so attraktive Landgasthaus „am Wege“ findet Beachtung, wenn selbst der „Wienerwald“ ins 140 Millionen teure Einkaufscenter mit eigenem Bahnanschluss lockt. Wer wird in Sipplingen noch aussteigen und eine Stunde auf den nächsten Bus oder Zug warten, wenn so eine Shopping Mall mit zahllosen Attraktionen, Aktionen und Sonderangeboten ruft. Der Einkauf soll im Dorf bleiben wünschen sich in Hagnau Bäcker, Metzger und die „Chefin“ des Dorfladens. Was aber, wenn die Touristen nur noch ein kleines „Zuckerl“ erwerben. Woher soll das Geld kommen für die Fremdenverkehrsabgabe?
Den Bürgermeistern müsste bekannt sein, dass Filialisten nach den Gründungskosten nur noch wenig oder nichts mehr in die Gemeindekasse bringen. Der Gesamtumsatz wird durch zahllose Steuersparmodelle gekürzt. Welcher Kämmerer ist schon berechtigt den Umsatz von Aldi, Lidl, EDEKA oder anderen Filialisten zu prüfen um die gesetzlich festgelegte Fremdenverkehrsabgabe einzufordern? Letztlich wird der Zwang immer größer den Einwohnern immer höhere Gebühren abzupressen. Für Kindergartengebühren, Grundsteuer bis Friedhofsgebühren. Bei den Friedhofsgebühren muss ich immer daran denken, was ist das Andenken eines Menschen wert, der vielleicht sein ganzes Leben in und für die Gemeinde gearbeitet hat und wegen fehlender Mittel in einem anonymen Grab verscharrt wird.

 

 

 

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